Somatoforme Störungen Leiden ohne körperliche Ursachen

Unter somatoformen Störungen versteht man eine psychische Störung, deren Beschwerden eine körperliche Ursache vermuten lassen. Jedoch finden sich auch nach umfassenden Untersuchungen keine organischen Ursachen für die Beschwerden. Betroffene haben mit Müdigkeit, Erschöpfung, Schmerzen sowie Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen.

Ursachen sind eine veränderte Körperwahrnehmung nach einem Unfall oder einer Krankheit, die verminderte Fähigkeit sich an Umwelteinflüsse anzupassen und erbliche Faktoren. Hinzu kommen allgemeine Belastungsfaktoren wie niedriger sozioökonomischer Status, Scheidung, Verlust oder psychische Erkrankung der Eltern. Somatoforme Störungen können zudem durch seelische Konflikte hervorgerufen oder verstärkt werden.

Eine somatoforme Störung wird sehr häufig chronisch. Denn häufig dauert es Jahre, bis die Störung diagnostiziert wird. Zuvor wird eine organische Ursache für die Symptome gesucht.

Wunden, die die Seele schlägt: So lassen sich körperliche und seelische Erkrankungen und Probleme, die psychotherapeutisch beziehungsweise psychosomatisch behandelt werden müssen, am besten beschreiben. Eine gekränkte Seele kann sich in körperlichen Beschwerden zeigen. Sie kann aber auch seelische Auswirkungen haben – beispielsweise in Form von Depressionen, Ängsten, Schlafstörungen oder Erschöpfung. Auch Erlebnisse wie der Verlust von geliebten Menschen, Konflikte, seelische Verletzungen oder Krisen können die Seele eines Menschen verwunden. Deshalb betrachten wir psychische und psychosomatische Erkrankungen immer im Zusammenhang mit Ihrer Biographie, Ihrer Lebenssituation und den Menschen, mit denen Sie leben oder arbeiten. Dabei ist unsere therapeutische Arbeit getragen von der Erfahrung und Überzeugung, dass Krisen und Krankheiten als sinnvolle oder Sinn gebende Ereignisse im Lebenslauf verstanden und behandelt werden können.

Die Entstehung der Krankheit klären, die Krankheit oder Krise bewältigen und das Leben neu gestalten: Das sind die drei Ziele, die wir in der Psychotherapie gemeinsam mit Ihnen anstreben. Wir beziehen Ihre Biographie mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in die Therapie mit ein. Dabei hilft es, die Momente, Situationen und Bereiche zu vergegenwärtigen, die die Erkrankung ausgelöst haben. Gemeinsam finden wir heraus, wo Ihre Stärken und Kräfte liegen. Diese Erkenntnisse sowie die Gespräche mit Ihrem Therapeuten, individuelle Übungen und Erfahrungen helfen Ihnen in einem zweiten Schritt, die Krankheit oder Krise zu bewältigen oder mit ihr umzugehen. Gemeinsam erörtern wir Ihre individuellen Möglichkeiten, Ihr Leben nach der Erkrankung zu wandeln oder es mit der Erkrankung neu zu gestalten.

In der Anthroposophischen Medizin, auch in der Behandlung psychischer Erkrankungen, spielt der Einbezug des Leibes eine große Rolle. In unserem Verständnis ist die Seele Vermittlerin zwischen Leib und Geist des Menschen. Die Behandlung des Leibes bereitet oft den Boden dafür, dass das Seelisch-Geistige  des Menschen in seinem Leib besser zurecht kommt. Wir bieten äußere Anwendungen durch die Pflege und die Physiotherapeuten an, aber auch unsere anthroposophischen und homöopathischen Medikamente zielen auf eine Unterstützung des Leibes hin.

Auf der Grundlage von Tiefenpsychologie und verhaltenstherapeutischen Elemente behandeln wir unsere Patienten in Einzel- und Gruppentherapien. Die Behandlungen erfolgen psychodynamisch und psychoedukativ.

Um psychische Erkrankungen zu behandeln, werden auch Psychopharmaka eingesetzt. Das sind Substanzen, die bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn beeinflussen. So verändern sie die psychische Verfassung der behandelten Patienten. Häufig dienen die Medikamente dazu, Sie erst einmal zu stabilisieren, um die weiteren Therapieschritte einzuleiten. Die Medikamente sind nur ein Baustein der umfassenden Therapie Ihrer Erkrankung und werden von uns sehr überlegt eingesetzt.

Es gibt eine Reihe anthroposophischer und homöopathischer Medikamente, die wir in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie einsetzen. In vielen Fällen können wir die sogenannten Psychopharmaka teilweise und gänzlich durch diese Medikamente ersetzen.

Ein wichtiger Baustein unserer Therapie sind die äußeren Anwendungen, die wir sehr gezielt einsetzen. Sie dienen auch der Stärkung des Wohlbefindens und durch sie erfahren die Patienten körperliche Zuwendung. Dies trägt zur Genesung bei. Körper, Leib und Seele sind eine Einheit und können nicht isoliert betrachtet werden. Durch Wickel, Auflagen und rhythmische Einreibungen können die Harmonie zwischen Körper, Seele und Leib gefördert und die Energie zur Selbstheilung mobilisiert werden.

Pflege und Therapie

Unser integratives Behandlungskonzept sieht auch vor, die Patienten durch weitere ganzheitliche Therapieverfahren zu unterstützen und die Heilung zu fördern. Musik- und Maltherapie sowie Plastizieren helfen unseren Patienten häufig, sich mit den Ursachen der Erkrankung auf einer künstlerischen Ebene auseinander zu setzen. Ähnliches gilt auch für die Heileurythmie. Die Sprachgestaltung kann helfen, durch den Umgang mit der Stimme ein anderes Körperbewusstsein zu erlangen, das sich auch positiv auf Ihre psychische Konstitution auswirkt.

Pflege und Therapie

Auf den sechs Behandlungsplätzen der psychosomatischen Tagesklinik behandeln wir Patienten mit unterschiedlichen psychosomatischen Erkrankungen. Viele Patienten besuchen nach einem stationären Aufenthalt das tagesklinische Angebot, um sich in den Alltag eingliedern zu können. Unsere Tagesklinik steht aber auch Patienten offen, die keinen stationären Aufenthalt wünschen oder es aus familiären Gründen nicht realisieren können.

Patienten mit Essstörungen nehmen wir zur Erstbehandlung stationär auf. Die Weiter- und Nachbehandlung kann dann aber gern in unserer Tagesklinik erfolgen.

Die Behandlung findet von Montag bis Freitag statt. Um acht Uhr treffen die Patienten ein und wir starten mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Im Anschluss folgen Einzelpsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Musiktherapie-Gruppe, Achtsamkeitsgruppentherapie, Tanztherapie und Bewegungstherapie (Heileurythmie). Für jeden Patienten in der Tagesklinik wird ein individuelles medikamentöses Behandlungsprogramm entworfen unter Einbezug von Schulmedizin, anthroposophischer Medizin, Homöopathie und Naturheilkunde.

Um nach dem Mittagessen zur Ruhe zu kommen, setzen die Pflegekräfte äußere Anwendungen wie Wickel ein.  Der Tag endet um 16 Uhr und die Patienten kehren in ihr häusliches Umfeld zurück.

Für Notfälle steht der psychosomatische, diensthabende Arzt zur Verfügung.

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Leitender Arzt

Boris  Krause

Facharzt für

  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin

Sekretariat

Ariane Wegmann

Fon 0711 7703-1071

Fax 0711 7703-1075

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Psychosomatik mit Tagesklinik